Eva Bleisteiner

Ein neues zu Hause für Eily

Einführung

Nun ja, falls ihr euch nicht für Magie und dergleichen interessiert, dann solltet ihr das besser nicht lesen… für die anderen: seht ihr es in den Bäumen dort hinten leuchten? Gut, denn dort beginnt meine Geschichte.

Eily und ihre Tiere

Es war ein warmer Sommermorgen und Eily saß in ihrem kleinen Baumhaus auf einer Decke. Moment, da hab ich doch glatt vergessen euch Eily vorzustellen… naja, dann holen wir das eben nach. Also, Eily ist ein junges zwölfjähriges Mädchen, aber sie lebt nicht wie ihr vielleicht denkt zusammen mit ihren Eltern, nein Eily lebt zusammen mit vielen, vielen Tieren. Mit dessen Hilfe hat sie übrigens vor vielen Jahren einmal das kleine Baumhaus mitten im östlichen Teil des Waldes von Bayern gebaut. Der Wald ist ein wunderschöner Fichtenwald, in dem sich sogar ein kleiner Bach entlang schreckt. Das Baumhaus ist aus Holz und vom Blätterdach baumeln Wunder hübsche bunte Bänder herab. Früher, als Eily noch ganz klein war, stopp, fangen wir einfach ganz am Anfang an. Eily führte ein ganz normales Kinder leben, bis sie mit etwa vier Jahren Probleme bekam, Freunde zu finden. Sie interessierte sich so fasziniert für die Natur und Tiere, dass die Natur beschloss Eily etwas ganz besonderes zu schenken… Es war wie eine wunderbare Gabe, doch gleichzeitig ein Fluch.

Eily sprach von Tag zu Tag immer mehr mit ganz unterschiedlichen Tieren und lernte die Sprache der Tiere zu verstehen. Erst dachten ihre Eltern, dass ihre Tochter sich das nur vorstellte, doch als es immer deutlicher und häufiger wurde schickten Eilys Eltern sie zum Arzt. Doch selbst der hatte keine Ahnung, was mit Eily los war. Schließlich beschlossen ihre Eltern, sie der Natur zu überlassen und sie aufzugeben. Eily wurde Ihnen zu anders… vielleicht bereuen Sie es, doch die Tiere haben Eily liebevoll großgezogen und ihr die richtigen Werte vermittelt.

So wuchs Eily zu einer großartigen Schützerin des Waldes heran und erinnerte sich nach und nach nicht mehr an ihre Eltern, doch ich bin mir sicher, dass, wenn alle ihre Eltern sehen würde die Erinnerung auch wieder auftauchen würde. Manchmal fragte sie sich zwar, wie ihre echten Eltern aussahen, aber bei den Tieren hatte sie es ja auch gut. Natürlich möchte Eily alle Tiere, doch ihr Lieblingstier was Saira die Eule.

Eily lag inzwischen in ihrem gemütlichen Bett aus Moos, Blättern und Gras und kuschelte sich an ihr Wolfs Kuscheltier, die einzige Erinnerung an ihr früheres zu Hause. Der Fuchs Libus lag zusammengerollt unter einem Blätterhaufen, Der Waschbär Mischu lehnte an der Wand des Baumhauses und schnarchte. Lucie, das Eichhörnchen saß auf einem kleinen Baumstammstuhl und Saira krallte sich an einen für sie an der Wand befestigten Ast und döste. Ali Igel lag auf dem Boden und piekste alles, was ihm zu nah kam mit seinen Stacheln. Zu guter letzt Stand Fumi, das Reh im Raum, umhühllt von einer Decke aus Moos. Alle schliefen, außer Eily, sie schaute verträumt in die Bäume, zwischen denen sich ab und zu ein paar Strahlen, der aufgehenden Sonne blicken ließen. Sie schaute aus dem Fenster und dachte an ihre Eltern. „Wie waren sie wohl? Ich wünschte nur, dass ich mich an meine Eltern erinnern könnte. Auch wenn manche Erinnerungen vielleicht nicht so angenehm sind würde ich trotzdem gerne wissen, wie meine Eltern aussehen oder heißen…“, Dachte Eily.

Träumte dabei weiterhin und bemerkt nicht, dass soeben Saira die Eule aufwacht und sich auf Eilys arm niederließ. Sie fragte: „Hey Eily, was ist denn los? Denkst du etwa an deine Eltern?“, Saira wartete gar keine Antwort ab, denn sie wusste sie bereits, sondern redete gleich weiter: „ guck mal, bei uns ist es doch auch toll und in der Stadt stinkt es nur und ist schmutzig!“ Nach einer Pause sagte Eily schließlich: „du hast sicher recht Saira, ich denke einfach nicht weiter darüber nach. Kurz darauf warten auch die anderen Tiere auf. Ein Trubel ist das! „Seid ruhig!“, Rief Eily.

Sofort wurde es still und ein paar Minuten später tollten alle Tiere und natürlich Eily im Wald herum und suchte nach Beeren, Nüssen und Pilzen, um sich ein leckeres Frühstück zu zubereiten. Eily fand einen großen Brombeerstrauch und pflückte eine Handvoll Brombeeren, da entdeckte sie eine Walnuss und knackte sie. Danach landete sie ebenfalls in Eilys Mund. So spielten sie noch eine Weile und Eily balancierte über den Baumstamm auf die andere Seite des Baches. Dort setzte sie sich hin und ließ die Beine ins Wasser baumeln… So vertrieben sie sich die Zeit und die Tiere spielten lustige Spiele, wir fangen oder verstecken.

Nur Eily sas Gedanken verloren da und starte aufs Wasser, in dem ein paar winzige Fische schwammen.

Der Brand

Auf einmal kam Fumi angerannt und drehte sich vor Aufregung dreimal um sich selbst. „Was ist denn los?“, Fragte Eily nun auch ganz aufgeregt.„Also, also,“, begann Fumi, „im, im...“ „Na jetzt sag schon!“ Unterbrach Eily.„B – B – B...“ „Brokkoli? Banane?“ Fragte Eily.„Nein! Bra – bra – bra...“ „Bralakunda?“, Fragte sie erneut. „Nochmals nein! Brand, Feuer, Chaos was auch immer!“, Entgegnete Fumi fassungslos.„Was hast du gesagt?“ „Wie oft denn noch? B – R – A-N – D!“, Rief das Reh. Eily wunderte sich: „oh, du kannst ja buchstabieren! Okay, dann mal los!“

Ohne zu zögern zog das Mädchen nun seinen Gefahr Blashorn aus der Hosentasche und blies einmal kräftig hinein. Schon kurze Zeit später bebte der Waldboden und eine Herde Wildschweine kam zwischen den Bäumen hindurch zu Eily gerannt. Man hörte lautes Vogel kreischen und alle Vögel erhoben sich in die Lüfte und kreischten durcheinander. Natürlich kamen auch alle Eilys Tiere heraus und liefen zu ihr, in der Hoffnung sie würde sie beschützen...

Sofort fragte Eily Saira: „du Saira, fliegst du mal bitte hoch und schaust, wie doll und wo das Feuer ist?“ Und natürlich flog Saira nach oben und guckte. „Es tut mir leid Eily, aber es ist doll! Ich befürchte das wir diesmal nichts tun können... „, Die Eule klang zerknirscht. Eilys Augen wurden glasig: „aber, aber das bedeutet ja, dass wir weg müssen!“ Sie schläft da. Kurze Zeit später brach Ally in Tränen aus! Alle ihre Tiere kuschelten sich mitfühlend an sie heran. Es war eine rührende Szene...

So blieben sie eine Weile, bis Eily durch die Mitleid ihrer Tiere neuen Mut schöpfte.

„Jetzt geht es wohl los, bevor sich das Feuer weiter ausbreitet.“, Sagte sie mit zittriger Stimme. Schnell zählte sie alle Tiere ab und bemerkte, dass Libus der Fuchs fehlte! „Libus fehlt! “, schrie Eily entsetzt auf. Es dauerte keine 10 Sekunden und bald wuselten alle Tiere wild im Wald herum und suchten den Fuchs. Eily bog zwei Johannes Beerbüsche zur Seite, doch weit und breit war kein Libus zu sehen. Also zog Eily nochmals ihr Nothorn heraus und blies erneut kräftig hinein. Doch trotzdem kam kein Libus...

Saira saß momentan auf dem höchsten Baum und suchte alles mit ihren guten Eulenaugen ab. Plötzlich entdeckte sie den Fuchs. Er lag ganz in der Nähe des Baches bei der großen Höhle auf einem Stein und schlief seelenruhig.

„Der kann doch jetzt nicht schlafen, während hier totales Chaos ausbricht!“, Entrüstete sich Saira, die gerade zu den anderen zurückgekehrt war.

Sofort ordnete Eily an: „los, wir lassen niemanden zurück! Libus braucht unsere Hilfe, da ist er wichtiger, als der Brand! Lasst uns zur Höhle gehen und ihn schleunigst wecken.“ Eily und die Tiere gingen in schnellem Schritt und immer wieder Flug Saira nach oben, um zu gucken, ob sie in die richtige Richtung liefen.

„Immer noch die richtige Richtung!“, Rief Saira, „wir sind bald da!“ So liefen sie noch 100 m weiter, dann entdeckte Eily den Fuchs! Er lag zusammengerollt auf einem großen Stein vor der Höhle und schnarchte.

„Los! Wecken wir ihn!“,sagten Mischu, der Waschbär und Lucie, das Eichhörnchen wie aus einem Munde. Langsam näherte sich Eily den Fuchs. Am Stein angekommen nahm sie ihn behutsam hoch und drückte ihr Gesicht in sein Fell. Es war kuschelweich. Sie dachte daran, wie schön es wäre einen Wolf zu haben, auf einmal schrie Eily auf: „Wulo! Mein Wolfs Kuscheltier es ist noch im Baumhaus!“

Da wachte Libus auf. Er hatte Eilys letzten Satz schon gehört. „Willst du etwa zurück und es holen?“, Fragte er. „Natürlich nicht! Es ist viel passiert Libus!“, So erzählte Eily dem Fuchs alles was inzwischen passiert war. Der Fuchs hörte aufmerksam und geschockt zu.

Und noch mal zählte Eily nun die Tiere und diesmal waren alle da! „So jetzt müssen wir wohl weg.“, sagte Libus schließlich. Natürlich hatte er Recht und schweren Herzens zogen sie los.

Ein beschwerlicher Weg

Machen wir einen kleinen Zeitsprung. Eily und die Tiere wanderten schon mehrere Stunden. „Es waren 8 Stunden!“ Ja, Ja schon gut also Eily und ihre Tiere wanderten schon 8 Stunden. „Besser so.“ Eily, unterbricht mich gefälligst nicht! „Okay, schon gut.“ Sie wanderten über Wiesen, Felder, sprangen über Flüsse und erklangen hohe Gipfel... Na endlich Eily ist schon oben: „Yippie! Saira, wo sind denn die anderen?“„Ach Eily, DU kannst du vielleicht klettern, wie ein Affe, aber außer Lucie sind das alles keine so guten Kletterer.Oh, Lucie da bist du ja schon, du flinkes Eichhörnchen.“, Sagte Saira Bewundernd.

Sie warteten und warteten... Dann endlich kamen die anderen auch oben an. Erst mal aßen sie alle etwas und machten sich dann langsam wieder auf den Weg. „Aua!“ oh nein, Eily ist alles gut? Eily fing an zu weinen, da kam auch schon Saira zur Stelle. „Eily, du armes Ding, was ist denn passiert?“, Fragte Saira besorgt. „Autsch! Mein Knöchel, er tut so weh.“, Beklagte sie sich, „ich muss wohl umgeknickt sein.“ Inzwischen waren alle Tiere bei Eily und trugen das Mädchen mit vereinten Kräften in eine nahe gelegene Höhle. Schließlich sagte Mischu Waschbär: ruh dich aus und morgen sehen wir weiter...“ „Aber,“ „nichts aber!“ Unterbrach Saira, „ du bleibst schön hier und dann suchen wir dir ein leckeres Abendbrot.“ „Von mir aus“, gab sich Eily geschlagen, „dann übernachten wir eben hier...“

Ein wenig zerknirscht sah sie dabei aus. Die Tiere suchten nach Beeren, Nüssen, ach ihr wisst schon, um das Abendessen zu zubereiten. Fumi schleppte Moos, Gras und große Blätter an und machte es sich, Eily und den anderen Tieren schön gemütlich. Die Zeit verging und bald saßen alle in der gemütlichen Höhle und aßen zu Abend. Halt, hab ich etwa alle gesagt? Wenn nicht alle saßen in der Höhle, In Than Ali Igel war noch draußen unterwegs. Er suchte Wegerich: „ wo bist du? Du liebe Heilpflanze, du wirst Eily gut tun. Schmerzen werden geringer, mein lieber Wegerich.“, trällerte Ali Igel fröhlich.

Da entdeckte er das Kraut und Speckmelder Kälte auch der Igel zurück und wechsel die Blätter auf Eilys Schmerzen im Knöchel. Die Schmerzen wurden geringer und bald schließen alle tief und fest...

Ein gefährliches Spiel

Mit einem Mal hörte man ein heulen. Es war schon spät nach Mitternacht. Es raschelte im Gebüsch und ab und zu sah man ein paar gelbe leuchtende Augen aufblitzen. Eine Pfote kam langsam aus dem Busch hervor und ein graues, großes, gefährliches Tier schlich auf leisen Sohlen auf die Höhle zu. Eily! Wach auf, komm schon! Warum hört mich denn niemand?

Das Tier kam näher und näher und nun erkannte man das Tier, im Mondenschein. Es ging in die Höhle und schnupperte, es knurrte und bleckte die scharfen Zähne, doch es Fraß nichts und niemanden, sondern legte sich vor der Höhle ins Gras.

Langsam erkannte man die ersten Strahlen, der Sonne am Horizont. Mit einem Mal schlug das Tier vor der Höhle die Augen auf. Auch Eily wachte nun auf. Verschlafen humpelte Eily aus der Höhle und rieb sich die Augen. Sie erschrak fürchterlich, als sie das graue Tier entdeckte. „Hilfe! Ein Wolf!“, Eily war erstarrt, vor Schock. Sie dachte, der Wolf würde sie angreifen, doch er tat das Gegenteil und wich zurück… Eily erkannte die Furcht in seinen Augen.

Also streckte sie die Hand aus und schloss ihre Augen. Der Wolf schnupperte. Langsam kann er einen Schritt näher. Es dauerte eine Weile, doch schließlich spürte Eily das warme Fell des Wolfs an ihrer Hand. Doch da war noch mehr. Der Wolf leckte Eily so stürmisch über das Gesicht, dass sie glatt nach hinten um viel.

Mit so einer stürmischen Begrüßung hatte Eily wohl nicht gerechnet. Sie öffnete die Augen und der Wolf stupse mit seiner nassen Nase gegen ihren Kopf… Eily war überglücklich!

Sie hatte einen neuen Freund gefunden. Sie kuschelte sich in das Fell des Wolfs.

Nach ein paar Minuten fragte Eily: „wie heißt du eigentlich?“ „Ich heiße Wulo.“, Antwortete der Wolf mit einer tiefen Stimme.

„Endlich habe ich einen Wolf.“, Flüsterte Eily in sich hinein.

Doch genau in diesem Moment kam Saira aus der Höhle geflogen. Sie sah Eily und Wulo auf der Wiese liegen und spürte ein unangenehmes drücken in der Brust. Es war so, als würde das Herz der kleinen Eule in diesem Moment zerbrechen.

Saira kletterte auf eine hohe Fichte und wartete ab… dicke Eulen Tränen glitten ihr über die Wangen. Minute für Minute verstrich, doch Eily bemerkte sie nicht. Sie war gerade dabei ihren neuen Freund kennen zu lernen.

Vorstellen bittesehr

Nach etwa einer halben Stunde wachten auch alle anderen Tiere auf. Nun drängte auch Wulo: „komm schon Eily, ich will doch auch die anderen Tiere kennen lernen. Bitte!“ „Ja ja… Dann gehen wir mal rein.“, Antwortete Eily.

Auch Saira erhob sich nun langsam aus dem Baumwipfel und flog in die Höhle. Sie setzte sich auf Fumis Rücken und machte eine Finstere Mine.

Da kam Eily schon. Freudig rief sie: „ Das ist Wulo! Er wird von nun an bei uns wohnen. Bitte begrüßt ihn herzlich und stellt euch vor.“ Langsam kamen alle nach vorne. Erst zögerten sie, doch dann stellte sich jeder vor.

Als letztes Flog Saira nach vorne. Wegen ihrer Wut und Trauer brachte sie nur ein zerknirschtes: „ hi.“, Hervor. Dann flüsterte sie Wulo ins Ohr: „ und wehe, du nimmst du mir Eily weg. Sie ist meine Freundin.“ „Da ihr alle Wulo begrüßt habt Schlage ich vor, dass wir weiter gehen.“ „Ich kann dich stützen!“, Quatschte Saira dazwischen. „Saira, lass mich ausreden. Ich werde auf Wulo reiten… Er hat gesagt ich darf das!“, verkündete Eily feierlich.

Saira war wütender dem je. Sie rief: „ich fliege vor ihr könnt ja nachkommen!!!“ Erst fühlte sich Eily schlecht, doch dann schüttelte sie das komische Gefühl ab und ritt auf dem Rücken des Wolfs der Eule nach.

Sie machte sich keine Sorgen. Ganz im Gegenteil! Eily würde sich den tollen Moment nicht vermiesen lassen. Nicht von Saira.

Funkstille!

Von nun an beschlossen Eily und Saira nicht mehr miteinander zu reden. Saira war sauer, dass Eily nur noch bei Wulo war… Und Eily ärgerte sich über Sairas Verhalten.

Doch was wäre wenn sie sich vertragen? Jedenfalls beschloss Eily, Dass sie im nächsten Dorf eine kleine Pause einlegen würden, um etwas zu trinken und nach dem Weg zu fragen. „Bis zum nächsten Dorf sind es noch etwa 3 km.“, Verkündete Eily. Saira flog nun wieder neben den anderen her. Beleidigt war sie aber immer noch.

Nach etwa 20 Minuten kamen sie in das Dorf namens Aurel Jos… Es war ein wunderschönes Dorf mit kleinen Gässchen und wunderschönem Ausblick. Lange wollten sie doch nicht dort bleiben… Schnellen Schrittes lief Eily zum Brunnen auf dem Marktplatz und füllte die Flaschen mit Wasser. Es plätscherte…

Nun konnten sie auch schon weiter. Und weiter ging die Reise.

Wiederum ritten und liefen alle über Felder durch Wälder und hatten viel Spaß! Nur Saira und Eily sprachen kein Wort miteinander.

Die Verfolgungsjagd

Es dauerte eine Weile, doch schließlich sagte auch Saira ein Wort: „Halt! Da vorne ist ein Wohnmobil.“ Und tatsächlich! Nicht weit entfernt, etwa 100 m weit weg stand ein Wohnwagen. Er war sehr farbenfroh und eine Plane war aufgespannt. Diese war rot weiß gestreift…

„Das sieht ja aus wie von einem Zirkus!“, Sagte Wulo. „Ja, das finde ich auch… Es sieht aus wie von einem Zirkus.“, Beteuerte Eily. Ich persönlich würde er näher herangehen, Eily beschloss jedoch sich in einem nahe gelegenen Gebüsch zu verstecken.

„Worüber reden die Leute? Kannst du etwas verstehen Saira?“, Fragte Eily neugierig. „Ach, jetzt fragst du mich auf einmal um Hilfe?“, Entgegnete Saira mürrisch.

„So war das nicht gemeint Saira!“ „Schon gut, schon gut. Ich höre ja schon genauer hin…“, Gab sich Saira nun geschlagen. „Sie sagen… Sie sagen…, Dass sie morgen wieder eine Vorstellung haben… Was könnte das wohl für eine Vorstellung sein. Egal, ich höre weiter. Ich zitiere: aber Thorsten, wir können nicht auftreten ohne unsere Leute… Doch Dolores! Wir müssen!“ Eily und die anderen Tiere lachten sich kringelick.

Mist! Eily ihr müsst doch leise sein.

Der Mann stand auf, mit einem langen Stock bewaffnet. Er sah hinter dem Gebüsch die zwei gelb leuchtenden Augen von Wulo. Langsam bog er die Sträucher zur Seite…

Alle hatten sich hinter dem Wolf versteckt, so dass der starke kräftige Mann sie nicht sehen konnte. Eily lag flach auf dem Boden. Sie zitterte und ihr Herz klopfte wie wild. Der Mann rief: „komm Dolores wir vertreiben diesen Wolf!“ Dann rannte er Wulo hinterher. Der aber war schneller.

Sie rannten und rannten, doch dann hielt es auch Eily nicht mehr in ihrem Versteck aus. Sie sprang aus dem Gebüsch hervor und die Frau begann zu schreien wie am Spieß: „Torsten, Torsten ein Mädchen!!!“

Verfeindet für immer?

Gerade rannte Wulo an ihr vorbei, als Eily sich auf seinen Rücken schwang und mit ihm davon Ritt.

Eily war im Kopf ganz schön durcheinander! Doch sie konnte nicht aufhören, an die beiden anderen Menschen zu denken. Der Mann hatte genau die gleichen Augen wie sie, und er hatte die gleichen roten Haare. Sie waren ihr so ähnlich!

Könnte es vielleicht sein, dass… Nein! Das wäre doch nicht möglich! Eily grübelte in dieser Nacht lange Zeit über das, was ich an diesem Tag vorgetragen hatte.

Sollte sie zu Ihnen zurückkehren? Sollte sie mit Ihnen sprechen, um mehr über sich selbst herauszufinden? Auf einmal kam alles wieder hoch! Ihre Eltern, das aussetzen in den Wald, und… Da war noch mehr! Doch Eily konnte sich nicht erinnern… Es war, als hätte jemand schwarze Tinte über die Erinnerung geschüttet.

Eily wälzte sich lange hin und her, doch es half nichts. Sie konnte in dieser Nacht nicht schlafen. Doch sie war nicht die einzigste, denn auch Saira lag lange wach. Sie saß draußen auf einem Stein.

Eily beschloss ebenfalls nach draußen zu gehen und sich zu ihrer Freundin zu gesellen. Warte, hatte ich gesagt Freundin? Sind sie denn überhaupt noch Freunde? Ja?

Jedenfalls ging Eily nach draußen. Da erblickte sie Saira und ging auf sie zu. Sie setzte sich und in dem Moment war es so, als gäbe es nichts, dass die beiden trennen könnte und als hätte niemand der beiden Sorgen.

Es war, als hätten sich die beiden nie gestritten. Als wäre alles vergessen. Doch so war es nicht. Eily begann sich mit Saira zu unterhalten und auch über den Streit. Sie wollte nicht mehr das Gefühl haben, dass sie ihre Freundin vernachlässigt habe.

Saira erzählte, dass es ihr das Herz gebrochen habe, dass Eily nun immer bei Wulo war. Eily entgegnete: „ich verstehe dich Saira! In diesem Moment brauchte ich Wulo nur eine Chance geben, damit er sich eingewöhnen kann… Verstehst du das?“ Und natürlich verstand Saira! Sie wollte diesen Streit ebenfalls aus der Welt schaffen und so vertrugen sich die beiden wieder.

Sie saßen noch lange draußen und schauten in die Sterne. Dabei sprachen sie über ihre Sorgen. Eily erzählte über die Ähnlichkeit zwischen ihr und dem Mann Torsten. Darüber, wie hingezogen sie sich den Zirkusleuten gegenüber fühlte.

Da kam Saira auf einen Gedanken: „Eily, ich traue mich kaum dich das zu fragen, doch könnte es vielleicht sein, dass, dass“ „sag schon Saira! Ich werde dir bestimmt nicht böse sein…“ „Okay… Kann es sein, dass du diese Leute kennst, also ich meine gut kennst. Also, was ich sagen möchte ist: könntest du dir vorstellen dass diese Leute deine Eltern sind?“

„Auf keinen Fall Saira! Oder, wenn ich so recht überlege… Es gibt da eine winzige Chance.“, Sagte Eily kleinlaut. „Es ist doch nicht schlimm! Du musst dich dafür nicht schämen Eily! Lass uns morgen die Leute suchen, und mit ihnen reden.“, Sagte Saira mit sanfter Stimme. Und so machten sie es…

Alte Zeiten neue Zeiten

Es war ein neuer Morgen… Die Sonne kitzelte Eily und Saira in der Nase. Beide hatten das Gefühl, dass es ein guter Tag werden würde. Doch manchmal trügt der Schein…

Beim Frühstück erzählten Eily und Saira von der nächtlichen Begegnung und dass sie sich vertragen hätten. Sie erzählten auch, welche Ähnlichkeit zwischen Eily und Torsten bestand. Und dass es vielleicht sein könnte, dass Torsten und Dolores vielleicht Eilys Eltern waren. Die Tiere, verstanden Eily und Saira und so beschlossen sie, dass sie die beiden Menschen noch am heutigen Tag besuchen würden.

                             Gesagt getan.

Direkt nach dem Frühstück ritt Eily auf Wulo mit den anderen Tieren zu den Platz, wo gestern noch den Zirkuswagen stand. Doch er war weg! „Was machen wir denn nun?“, Fragte Eily entsetzt.

Doch Saira schöpfte schon wieder neuen Mut:„Was für eine Frage! Wir suchen die beiden!“ Auch Eily war nun wieder munter und fest entschlossen die beiden zu suchen.

Sie ritten immer weiter und weiter, doch konnten sie Torsten und Dolores nicht finden… heute nicht. „Dann suchen wir uns erst mal ein Lager. Für heute haben wir genug gesucht.“, schlug Saira vor.

Nun suchten sich alle samt ein Plätzchen auf der weiten Ebene und breiteten sich aus…

Die Nacht erschien Eily ewig. Doch irgendwann war sie jedenfalls zu Ende… gleich nach dem aufstehen suchten alle weiter. „Seht ihr das auch?“, Fragte Eily die anderen. Am Horizont, wo die Sonne gerade aufging, war etwas zu sehen. Man konnte nicht erkennen, was, doch Eily, Saira und alle anderen konnten es zumindest ahnen: „Vielleicht, vielleicht, sind das ja Torsten und Dolores?“, Fragte Fumi aufgeregt.

„Hoffentlich!“, Entgegnete Wulo. Ali tapste Schon voraus: „na sicher doch!“

Nun setzten sich auch Eily und die anderen Tiere in Bewegung. Sie gingen langsam und bewusst. Eily war furchtbar aufgeregt! Würde sie jetzt ihre Eltern sehen? Und kennen lernen?

Die Wahrheit kommt ans Licht…

Nun war’s fast soweit. Es waren noch etwa 10 m, bis sie die Menschen erreichten.

Eilys Herz schlug ihr bis zur Stirn. sie hatte Angst, dass sie gleich platzen würde… Ihre Wangen wurden rot, und mit jedem Schritt spürte Eily, ihrer Vergangenheit und damit ihrer Erinnerung einen Schritt näher zu kommen.

Schon erkannte man die Gesichter der zwei gestalten. Und richtig! Es waren Torsten und Dolores.

Eily machte den Tieren klar, dass sie sich hinter einem Busch verstecken sollten und dort auf sie warten sollten. Eily selbst ging langsam auf ihre vermeintlichen Eltern zu.

Sie spürte, wie ihre Wangen glühten und ihr Herz, schneller schlug…

Schon drehten sich die zwei gespalten um. Erst jetzt erkannten sie Eily. Beim letzten Mal war es ein wenig nebelig, und da sie nicht, wie Eily lange Zeit hatten, um sich sie sich genauer anzuschauen, hatten sie Eily noch nie richtig gesehen.

Zum ersten Mal erkannten sie also Eilys rote Haare und ihre strahlenden blauen Augen. Auch die Ähnlichkeit zwischen Torsten und ihr schien ihnen nicht zu entgehen.

Mit einem Mal bekam der Mann große Augen. Er starrte Eily an, als wäre sie ein Alien.

Saira flog schützend vor Eily und breitete ihre großen Flügel aus. Der Mann zögerte… nun schien auch die Frau etwas zu merken.

Sie fing sich auch als erstes wieder:„Aber, aber… Das ist doch unmöglich!“ „Bist du etwa?“, Fing sich der Mann wieder, „Eily!“ Eily stotterte ein wenig verloren: „Ja, ich bin Eily… Mama? Papa? Seid ihr es?“

Eily brauchte keine Antwort! Ein Glücksgefühl durchströmte ihren Körper, und instinktiv rannte sie auf ihre Eltern zu. Und alle drei umarmt und sich für eine ewig lange Zeit…

Dicke Freudentränen kullerten eily über die Wangen. Sie war überglücklich! Auch ihre Eltern freuten sich Mega! Selbst Eilys Vater kullerte eine kleine Träne die Wange hinunter. Allen drei war anzusehen, dass es der perfekte Moment war.

„Eily Schatz, es tut uns furchtbar leid, was wir dir als Kind angetan haben.“, Sagte Dolores mit zitternder Stimme. „Ach Mama! Entschuldige dich gefälligst nicht, ich hatte es doch gut mit Saira, Wulo und Fumi und All den anderen!“ „Wer sind denn Saira, Wulo und Fumi? Könntest du uns das vielleicht mal erklären?“, Schaltete sich nun Eilys Vater ein.

„Also…“, Und so erzählte Eily die ganze Geschichte und was sich zugetragen hatte. Bis zu dem Moment, wo sie ihre Eltern zum ersten Mal sah.

Nach und nach kamen auch die anderen Tiere mit Saira zusammen wieder aus ihrem Versteck hervor. Sie begrüßten Eilys Eltern und Eily übersetzte für Sie alles, was sie sagten. Die beiden schlossen die Tiere sofort ins Herz, doch es gab einen Haken…

Die Entscheidung

Die Stimme von Eilys Mutter wurde wieder Ernst: „Eily, du kannst nicht weiter bei den Tieren leben…“ „Aber“ „Nichts, aber! Wir sind deine Eltern und wir wollen, dass du sicher bist… Vielleicht hören wir jetzt auf zu reisen mit dem Zirkus und suchen uns einen anderen Job, nur für dich natürlich. Weißt du, Eily, wir wohnen in einem Dorf ganz in der Nähe und nur 100 m vom dem Dorf entfernt, Da gibt es einen Wald.

Was hältst du davon, dass deine Tiere im Wald leben, und du sie jeden Tag besuchen darfst?“ „Aber das ist doch nicht das gleiche! Ich will jeden Tag bei ihnen sein und das für immer! Vor allem bei Saira!“ „Ich verstehe dich ja Eily, aber es wird dir sicher gefallen. Und du wirst in die Schule gehen!“, Versuchte nun ihr Vater sie zu beruhigen.

„Aber, versprecht ihr, dass ich jeden und damit meine ich wirklich jeden Tag in den Wald gehen darf?“ „Natürlich mein Schatz…“, Versprach Eilys Mutter.„Na gut, dann komme ich mit. Und die Tiere wohnen im Wald. ich werde sie jeden Tag besuchen und niemals vergessen…“

Eily genoss den restlichen Tag mit den Tieren und spielte mit Ihnen und tollte mit ihnen herum. Sie war traurig, aber auch froh, dass sie endlich ihre Eltern gefunden hatte. Sie wollte sie nicht enttäuschen.

Am Abend jedoch machten sie sich auf dem Weg zum Dorf. Schon nach 10 Minuten sah man die ersten Hütten.

Eily musste schon zugeben: das Dorf war wirklich schön und der Wald drumherum erst recht! Sie verabschiedete sich schweren Herzens von Saira, Wulo und den anderen…

„Ich werde euch jeden Tag besuchen!“, Versprach Eily. Danach ging sie mit ihren Eltern ins Dorf und somit in ihr neues zu Hause…